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With Full Force XVI (2009): Ein Bericht

Es war also mal wieder soweit, auf dem ehrwürdigen Acker von Roitzschjora fand vom 03. bis 06. Juli das WFF statt. Zuerstmal muss man sagen das Organisation, Line Up und Stimmung wiedermal ganz großes Kino waren. Die Jungs und Mädels von In-Move haben es echt mal wieder geschafft ein hammer Festival auf die Beine zu stellen. Kritikpunkte gibt es nur wenige, ausser vielleicht das die Running Order an einigen Stellen etwas unklug war.

Da wir leider erst Freitag Mittag aufbrechen konnten, verpasste ich Myra und Nasty, von Erzählungen weiß ich allerdings das Myra sehr große Soundprobleme hatten, und sogar einen Song ohne PA spielen mussten, schade drum. Nasty wiederum sollen sich sehr arrogant und überheblich gegeben haben, nun kann man sagen das dieses Verhalten für eine Beatdownband typisch ist, allerdings sollten sie die Herren überlegen wo sie spielen, und ob das bei einem Festival dieser musikalischen Bandbreite tatsächlich nötig ist. Der Tag begann also für mich mit Static X. Starke Sache, auch wenn die Band nicht unbedingt meine Baustelle ist, aber was Wayne Static und seine Mannen da zeigen verdient zweifelsohne den Platz auf der Mainstage. Danach gehts zu No Turning Back. Gut gespielter Hardcore mit fetten Hooks, allerdings waren Sound und Stageacting eher bescheiden. Eins meiner Highlights sollten Devildriver werden, aber wie das halt manchmal so ist. Die Band an sich war Top. Frontschwein Dez hat aus dem letzten Jahr gelernt und lässt seine peinlichen Ansagen meist stecken. Soweit so gut, aber dieser Sound ging garne. Die Band war dermaßen leise das man sich nicht mal getraut hat mitzusingen, weil man dann absolut nichts mehr von der Band gehört hätte. Schade. Enttäuscht von Devildriver geh ich erstmal zum Zelt und trinke ein paar kalte Bier (ja wir hatten ne super Kühlbox) und aus Frust verpasse ich auch direkt noch The Red Chord. Also gehts erst wieder zu Maroon vor. Vorher allerdings noch die ersten zehn Minuten von Mastodon angeguckt. Diese Band gehört sicher zu den technisch brilliantesten des Festivals, spannende Riffs und kongeniales Drumming lassen diese Band einen sehr sehr guten Eindruck hinterlassen. Da tut es einem schon fast leid das jetzt auch Maroon spielen, doch dieser Ärger ist spätenstens nach dem 2 Lied verflogen. Eine gute Setlist mit neuen und alten Songs und den Gassenhauern. Sehr souverän und verdammt energetisch. Bei Reach The Sun geht dann im Zelt alles. Zweifellos eines der Highlights im Hardbowl. Wieder auf die Mainstageseite gewechselt zocken Carcass einen kranken Auftritt. Eine Reunion von der man hoffentlich noch mehr hören wird, auch wenn der Sound nicht optimal war, und Bill Steers Stimme doch etwas unter der Zeit gelitten zu haben scheint, aber dennoch runde Sache.

Danach heisst es schön weit vor um die beste Sicht auf die nächste Band zu haben. Dimmu Borgir. Ohne Hellhammer, dafür mit jeder Menge Druck und Energie. Oh man ist das eine gute Liveband. Shagraths Stimme bringt finster klirrende Eiseskälte über die Menschenmenge und das trotz tropischer Temperaturen. Das Doublebassgeprügel von Daray tut fast körperlich weh und ICS Vortex Gesang lässt die Haare am Arm aufrecht stehen. Gänsehaut bei 30°C. Geniale Setlist, geniale Show, geniale Band. Soulfly schenk ich mir dann, nach Dimmu Borgir und vor God Seed müssen die Neotrasher nun echt nicht sein. Irgendwie echt ein komischer Zeitpunkt an dem die Mannen um Goldlöckchen Max da spielen, ganz zu schweigen davon das ich langsam echt gesättigt bin von der Familie Cavalera. Also zurück zum Zelt paar Dosen mit Luft gefüllt und ab zu God Seed. Gaahl und King sind in guter Verfassung und der ganze Spaß macht echt Laune. Den Rest der diesjährigen Knüppelnacht schenke ich mir, nicht wegen der Bands, sondern wegen der Müdigkeit. Und Eisregen hab ich schon auf dem Legacy gesehen.

 

Samstag 6:20 Uhr viel zu wenig Schlaf, aber das erste Bier macht mich munter. Die Stunden bis Callejon verbringt man dann mit trinken, essen und sich vor der Knüppelsonne verstecken. Dann ist es endlich soweit man geht vor zu Callejon sieht das grüne Drumkit nicht dastehen und ahnt schon was kommt. Callejon spielen nicht wegen eines Unfalls des Drummers. Schade, aber an dieser Stelle gute Besserung. Da die anderen Bands mich nicht so interessieren verzieh ich mich wieder und komme erst zu All Shall Perish wieder. Und oh mein Gott. Diese Band macht ihrem Namen alle Ehre. Was für eine Schlacht. Die Saitenfraktion leistet unglaubliges Drummer Matt Kuykendall knüppelt auf sein Drumkit ein als hätte es seine Mutter beleidigt und Eddie keift, kreischt und brüllt so riesige Batzen Hass ins Publikum das man Angst vor dem bärtigen Brüllwürfel bekommt. Der Pit kochte nicht nur wegen der Hitze. Hervorragend. Suicidal Tendencies verpasse ich leider weil ich kaum noch stehen kann, und muss erstmal zurück zum Zelt um neue Kräfte zu schöpfen. Bring Me The Horizon stehen als nächstes auf dem Programm und erfüllen ihre Aufgabe mit Auszeichnung. Für eine derart junge Band machen sie ihre Sache da auf der Bühne echt routiniert. Auch wenn sie wohl die Famebitches des Festivals sind. Aber wen interessieren schon Äusserlichkeiten oder Erfolg einer Band solange sie einen guten Job macht. Die Vorfreude auf Amon Amarth steigt langsam und Walls of Jericho sind schon nach einem Song langweilig. Wer läd die denn fast jedes Jahr ein? Öde. Dann beginnen endlich Amon Amarth. Naja, da hatte ich mir mehr erhofft. Viele neue Songs, die irgendwie nicht wirklich zünden wollten. Nur gegen Schluss blitze dann mal jene Qualität auf die diese Band zu einem würdigen Co-Headliner machen. Hatebreed sind danach dran. Und Hatebreed sind Hatebreed. Herr Jesta hüpft, brüllt und hasst. Souveräne Sache mit einigen echt grandiosen Momenten. Die Band spielt wohl vor der größten Menschenansammlung des Festivals und entpuppt sich als starker Headliner (woran ich anfangs starke Zweifel hatte). Am Ende wurden dann noch paar hübsche Mädels aufgegabelt für die Hatebreed Backstageaction. Für mich wars das an dem Abend. Erst noch rumrennen weil ein Kumpel sein Handy verloren hatte, und dann noch paar Bier und ab ins Zelt.

 

Der Sonntag beginnt wieder sonnig und man wusste schon 8 Uhr Morgens das es wieder ein Kampf Haut gegen Sonne werden würde. Bis Elsterglanz musste also jedes Fleckchen Schatten genutzt werden. Als es dann endlich soweit ist wird nach vorn gepilgert um die sicherlich lustigste Band des Festivals zu sehen. (Die Kassierer sind nämlich einfach nur ekelhaft und nicht lustig). Und der erste Lacher kommt schon über meine Lippen für die Bühnendeko. Zwei Gasherde bilden die Flanken und sind die Flammenwerfer der Band. Gilli und Sven ziehen das volle Programm durch. Schwalbe auf der Bühne, Gummistiefel etc. diese Band ist echt verstrahlt, aber dermaßen kultig. Großes Ostalgiekino. Danach kommt eine der schwersten Wahlen des Festivals. Scarab oder August Burns Red? Ich entscheide mich für einen Mittelweg und fahre damit sehr gut. Scarab sind technisch über jeden Zweifel erhaben und zocken da ein verdammtes Brett runter. Und das der eine Gitarrist ein The Faceless-Shirt anhatte gibt nocheinen Symphatiebonus. August Burns Red sind auch genial, der stimmige Metalcore der Amis kloppt ordentlich und macht echt Spaß. Vor allem die Klampfer sind hier gesondert hervorzuheben. Sehr guter Gig mit vielen Höhepunkten. The Sorrow schaffen es danach sogar das ich kurz einschlafe. Uninspirierter Metalcore der Sorte "Machen das nicht schon 50 Bands und das noch viel besser?" Lahmes Drumming (kann dem Mann bitte mal jemand das Prinzip des Fill in erklären und ihm dann nen Sack Abwechslung schenken?) Nach ner halben Stunde ist es dann endlich vorbei. Als nächstes stehen die Architects auf dem Plan. Ich hatte mich sehr auf den technisch Anspruchsvollen Mix aus Metal- und Deathcore gefreut, und die Band war auch sehr gut. Der Sound war fett und drückend und eigentlich stimmte alles. Aber so richtig sprang der Funke nicht über. Auch wenn einige Vereinzelte gegen Schattenninjas kämpften blieb das Zelt doch sehr leer und bewegungsarm. Danach rüber zu Raunchy. Eine gute Band. starke Songs und ein recht guter Sound, aber hängen geblieben ist nicht viel, ausser dem Cover von Somebody's watching me. Danach kam für mich die Überraschung des Festivals. Parkway Drive. Was für eine Show. Auf Platte eher öde, entfachten die Jungs auf der Mainstage ein derart brutales Geholze das es eine wahre Freude war. Die Breakdowns kamen so druckvoll aus den Boxen das es fast wehtat und auch die Akteure auf der Bühne waren in bester Laune und überzeugten durch super Publikumsnähe, symphatische Ansagen und ein Gespür für die Laune der Fans. Ein fanstastischer Auftritt bei dem nicht nur "Romance is dead" gezündet hat. Sehr genial. Danach musste das Zelt abgebaut werden und Ignite nur von weitem gelauscht. Allerdings hat mich da schon das was ich vom Zelt aus hören konnte total umgehauen, schade das ich die Kalifornier verpasst habe, scheint eine saubere Sache gewesen zu sein. Down ging mir dann am Arsch vorbei. Ebenso wie Terror, die ich mir sonst vielleicht angeschaut hätte, aber nicht Sonntags. Ich habe nämlich die Erfahrung gemacht das Terror Gigs äusserst heftig ausfallen. Also gehts erst zu Social Distortion wieder nach vorn. Die Punker machen ihre Sache verdammt gut. Auch hier bekommt die Mugge nen ganz eigenen Energielevel. Sehr stark gemacht. Motörhead sind dann Motörhead. Jedes Lied klingt gleich und Lemmy ist der Meister der kreativen Ansagen "We are Motörhead and we play Rock'n'Roll" Das sind doch mal Neuigkeiten. Höhepunkt des Auftritts sicher das Trommelsolo von Mikkey Dee. Als Zugabe gabs dann Ace of Spades und Overkill und damit waren alle zufrieden. Last Supper hab ich mir geschenkt weil es auf die Rückreise ging. Auch wenn End Of Green von weitem echt stark klangen.

 

Dann gings auf die Rückreise mit vielen schönen Erfahrungen und der Erinenrung an ein fast perfektes Festival. Grandios und nächstes Jahr wieder. 

 

danke für die Aufmerksamkeit und wer auch da war und noch Meinungen zu Bands die ich nicht gesehen habe hat, oder Kritik an meiner Sicht der Dinge üben möchte ist herzlich eingeladen das zu tun. 

 

7.7.09 17:54
 


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